Nach dem anthroposophischen Menschenbild besteht der Mensch aus Leib, Seele und Geist. Mit seinem Leib ist der Mensch mit dem Vererbungsstrom verbunden, mit Geist ist seine Herkunft und Verbundenheit mit der geistigen Welt gemeint, und die Seele ist die vermittelnde Instanz zwischen den beiden.

Diese Dreiheit finden wir mehrmals beim Menschen wieder. Betrachten wir seinen Körper, so können wir auch hier eine Untergliederung entdecken:

Es gibt den Nerven-Sinnesbereich, als dessen Zentrum der Kopf zu sehen ist;
das rhythmische System des Menschen ist eher in seinem Rumpf anzusiedeln, dort wo die Herz- und Atemtätigkeit stattfindet;
und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, das hauptsächlich den Verdauungsbereich und die Tätigkeit der Arme und Beine bezeichnet.

Auch in den Lebensäußerungen des Menschen finden wir diese drei Bereiche wieder, und zwar das Denken verbunden mit dem Nerven-Sinnes-System,
das Fühlen gekoppelt an das rhythmische System und die
Willensäußerungen, die an das Stoffwechsel- Gliedmaßen-System gebunden sind.

Die seelische Entwicklung im Denken, Fühlen, Wollen zeigt an, welches der körperlichen Systeme gerade einen Reifungsprozeß durchmacht. Der Zusammenhang zwischen Leib, Seele und Geist in seinen verschiedenen Reifungsstadien ist in der Kinderbetrachtung durchaus interessant, vor allem wenn es darum geht, Probleme des Kindes zu erkennen und helfend einzugreifen.