Da Bewegung das Lebenselement des kleinen Kindes ist und die Eurythmie eine Bewegungskunst, eignet sie sich hervorragend gerade für die Arbeit mit dem kleinen Kind.

Daher findet einmal in der Woche für ca. 20 Minuten mit den Kindern der Einzelnen Gruppen ein eurythmisches Bewegen statt.

Ein sorgsam vorbereitete Geschichte wird erzählt und gleichzeitig durch entsprechend ausgewählte Lautgebärden oder rhythmische Bewegungen gestaltet. Immer ist die Sprache dichterisch-poetisch, das heißt, die Märchen und Geschichten werden in rhythmischen Versen und Reimen vorgetragen. Wenn möglich, greift eine begleitende Erzieherin die einzelnen Themen musikalisch auf und wiederholt, bzw. spiegelt sie so auf der musikalischen Ebene. Circa vier bis sechs mal werden die am Jahreslauf orientierten Märchen und Geschichten mit den Kindern bewegt.

Dabei wendet sich der Eurythmist ausschließlich an die Nachahmungskräfte des kleinen Kindes. Dieser Wunsch nachzuahmen, ergänzt durch einen starken Bewegungsdrang, gibt dem Kind ja die Leichtigkeit, mit der es so unmittelbar in die Bewegung hineinfindet. Wie selbstverständlich greift es die Sprachrhythmen der einzelnen Verse und Gedichte auf, kommt mal mit großem Schritten als Riese oder mit kleinen Trippelschritten als Zwerg daher. Je nach Jahresablauf fliegen wir leicht wie die Schneeflöckchen im Winter, balancieren als Jungstörche auf dem Mühlendach, hüpfen wie die Hasen und Frösche oder traben als Pferde vor dem Erntewagen.

Durch diese rhythmischen Tätigkeiten lernt das Kind seine Bewegungen zu Führen und zu differenzieren. Daraus ergibt sich aber auch, das gerade die Sinnespflege ein wesentliches Anliegen der Kleinkindeurythmie ist, vor allem der vier unteren basalen Sinne, die man als Tastsinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtsinn und Lebenssinn bezeichnet. Deshalb stapfen oder schleichen wir, nähen Zwergenschuhe oder bauen einen Schneemann, balancieren oder hüpfen auf einem Bein, um schließlich dann über den Lebenssinn das eigene Wohlbefinden oder auch Unbehagen, wenn zum Beispiel der Riese erwacht, wahrzunehmen. Dies um so mehr, da durch die Reizüberflutung, die unsere moderne Lebensweise mit sich bringt, aber auch durch Bewegungsmangel und Hektik, das Kind gerade in der Entwicklung der unteren Sinne stark gefährdet ist.

Darüber hinaus formen wir mit den Armen und Händen Lautgebärden. Stehen staunend im „A“ und empfangen die warmen Sonnenstrahlen, wogen mit dem „W“ als Wellen dahin, hacken mit dem „K“ das Holz klein oder helfen mit dem „B“ beim Bäcker das Brot backen. Je nach Alter und Entwicklungsstand verbindet sich das Kind mit den Rhythmen und Gebärden, schlüpft sozusagen ganz in sie hinein und erlebt so durch eigenes Tun zu Beispiel die bewegten Formen des Wasser oder Windes. So gestaltet es mit großer innerer Aktivität, eine als Bewegung sichtbare, BESEELTE SPRACHE, die Eurythmie.

Dadurch hat das Kind die Möglichkeit, die Welt, in die es hineingeboren und die es mit allen Sinnen zu entdecken gilt, auf eine sehr ursprüngliche und elementare Art zu erfassen und zu erfahren.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass die fließende eurythmischen Bewegungen immer harmonisieren auf den im Wachstum befindlichen Organismus des kleinen Kindes wirken. Sie helfen ihm beweglich und formbar zu bleiben, damit dieser nicht zu früh verhärtet. Denn die entwicklungsbedingte Aufgabe des kleinen Kindes besteht ja darin, seinen Leib nach Möglichkeit ganz zu ergreifen, um ihn dann als leibliche Basis, mit all den errungenen Fähigkeiten zur Verfügung zu haben. Damit es SELBST-SICHER sein Leben gestalten, sein Schicksal ergreifen, eben ganz Mensch werden kann.

Besondere Angebote für Kinder

Heileurythmie

Die Heieurythmie ist eine Bewegungstherapie, die bereits seit über 80 Jahren erfolgreich angewandt wird. Neben ihrer vielfältigen Indikationen bei akuten und chronischen Erkrankungen ist sie auch zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung sehr hilfreich.
Einseitigkeiten können ausgeglichen und Entwicklungsschritte Eingeleitet werden. Die Anwendungsgebiete bei den Kindern sind weitreichend: es werden z.B. Grob-und Feinmotorik durch spezielle Übungen gefördert und die Konstitution wird gestärkt. Schüchterne Kinder, oder Kinder die in Problemsituationen leben, können Seelisch stabilisiert werden. Überlebendige Kinder lernen auf spielerische Weise ihren Körper zu spüren. Dabei kommen sie mehr zu sich und werden ruhiger. Des weiteren wird die Heileurythmie u.a. bei Asthma, Neurodermitis, Allergien und deren Ursachen wirksam angewandt. Die Heileurythmie orientiert sich an den Lauten unserer Sprache. Die heilsame Wirkung entsteht durch das Umsetzen der Vokale und Konsonanten in Bewegung. So wirken Diese harmonisierend und stärkend bis in die Organfunktionen
hinein. Rhythmische Sprüche und musikalische Elemente unterstützen bei Kindern die heileurythmischen Bewegungen.

Informationen und Kontakt:
Gabriele Nussbaum
Telefonnummer: 02302-32459