Das Johannifest feiern wir kurz nach der Sommersonnenwende am 24. Juni. Es ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer. Er war der Wegbereiter des Christus.

Auch heute kann man noch feststellen, dass seine gewaltigen, flammenden Predigten nichts an Wert verloren haben. Motive seiner Predigten sind: „Ändert euren Sinn.“ sowie „Bereitet den Weg des Herrn!“

Die johanneissche Aufgabe hat ihre Bedeutung darin, dass wir Menschen uns bemühen müssen die „Mitte“ zwischen den Extremen zu halten. Ein Sinnbild präsentiert gut die sichtbaren Gegensätze. Es ist die Lilie und die Rose.

Die Lilie ist ein Zwiebelgewächs, dass sich kaum mit der Erde verwurzelt .Auch die Ausbildung der Blätter ist nicht besonders .Die Blüte bildet durch die beiden Dreiecke einen Sechsstern . Es ist der Stern der Verkündigung. Die reine weiße Blume ist ein Symbol des Paradiesischen.

Die Rose hingegen ist in der Erde verwurzelt.Ihre Blüten zeigen deutlich die Fünfheit, ja stellen den Fünfstern da. Es ist der Stern der Erfüllung. Die Schönheit der Blume ist bei der Heckenrose, sowie der Zuchtrose vorhanden.

Das Zukunftsziel des Menschen liegt in der Weiterentwicklung. Hier kann die Rose eine schöne Darstellung als Sinnbild sein.

Auf dem Jahreszeitentisch kann am Johannitag z.B.folgendes Bild stehen: Johannes der Täufer von Leonardo da Vinci oder die weisende, mächtige Täufergestalt vom Isenheimer Altar….

Links neben dem Bild steht die weiße Lilie und rechts eine Rose oder ein Rosenstrauß.
Hiermit ist der Weg sinnbildlich gezeigt , auf den Johannes den Menschen hinweisen will.
Gerade die Früchte der sommerlichen Jahreszeit werden als Speise am Festeszeitentisch
gereicht. Es sind Johannisbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren mit Honig gesüsst.
Für die Kinder im ersten Jahrsiebent ist es eine fröhliche Zeit.Sie spielen im Garten und leben Ihren gesunden Bewegungsdrang aus. Klettern, Seilchenspringen, Schaukeln, Rutschen u.s.w.

Im munteren Reigen werden die Blumen Schmetterlinge, Bienen und etwa Erdbeerzwerg
bedacht. Gerne stimmen alle beim traditionellen Johanni – Wechselgesang ein.

Lied :
Lasst uns Singen, fröhlich singen, St.Johann,St.Johann…..

Eine schöne Festgeschichte ist das Grimmsche Märchen „ Der treue Johannes “
Ein schöner alter Brauch ist es, Wiesenblumen und Kräuter zu sammeln und zu trocknen.
Zu Weihnachten kann man diese Blumen als Heu für die Krippe nutzen.

Somit sei durch unsere Handlung den Kindern ein weiteres Sinnbild gegeben. Denn ab dem Johannitag nimmt das äußere Sonnenlicht ab und genau ein halbes Jahr später feiern wir nach der Wintersonnenwende Weihnachten, die Geburt der göttlichen Geistessonne.

Hier noch ein Johannispruch von R. Steiner:

Der Sonne Licht durchflutet
Des Raumes Weiten,
Der Vögel Singen durchhallet
Der Luft Gefilde
Der Pflanzen Segen entkeimet
Dem Erdenwesen,
Und Menschenseelen erheben
In Dankgefühlen,
Sich zu den Geistern der Welt.

R. Steiner