Zu Beginn des neuen Jahres klingt die weihnachtliche Zeit nun langsam aus und winterliche Stimmung hat Anfang Februar bereit ihren Höhepunkt überschritten.

Die Tage werden langsam wieder länger, hier und da schaut schon ein Schneeglöckchen hervor und die Weidekätzchen stehen kurz vor ihrem Aufbrechen.

Nun wenden wir uns mit den Kindern der Faschingzeit zu.

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Die heutige Form des städtischen Karnevals, angesiedelt vor allem im Rheinland, entstand erst am Ende des 18. Jahrhunderts.

Unser Blick soll eher gerichtet sein auf die ursprüngliche Form der Faschingsbräuche, die den alemannischen Raum entstammen.

In früheren Zeiten besaßen die Menschen noch eine starke Verbindung zu dem Elementarwesen, auch Naturgeister genannt. So erlebten die Menschen im Frühjahr und Sommer eine Beteiligung dieser Wesen (Kobolde, Trolle, Gnome u. a.) am Wachsen und Gedeihen der Pflanzenwelt.

In der Herbstes- und Winterszeit dagegen treten sie in Rückzug in das innere der Erde an, um dort wieder vorbereitend auf den kommenden Frühling einzuwirken. In dieser Aktivität steigern sie sich hin, bis zu einer wilden Ausgelassenheit und Tollheit.

IDamals wurden die Menschen durch ihre Beziehung und Vorstellungskraft den Natur-Elementargeistern gegenüber von dieser ungestümen Wildheit selbst ergriffen und brachten diese mit Masken und Verkleidungen zum Ausdruck.
Noch heute finden wir in ländlichen Gegenden Süddeutschlands (z.B. Schwarzwald) und der Schweiz, eine Pflege dieser alten Bräuche, wenn auch heutzutage kaum noch jemand an diese Elementarwelt glaubt.

Das Motto in diesem Jahr lautet in unserem Kindergarten:
" Hi, so treiben wir den Winter aus ... "
Dazu werden eingeladen sein : die Wurzelkinder, die Frau Mutter - Erde, die Frühlingsfeen und Blumenkinder.
Es kann aber auch in Erscheinung treten: das lustige, lärmende Volk, welches den Winter vertreiben und den Frühling locken will.

Ein sehr stimmiges Lied, dass täglich mit den Kindern gesungen wird, lautet zum Beispiel:

Ri - ra - rum
die Fastnacht geht herum,
die Vögel und die Blumen,
die wollen wieder kommen,
ri - ra - rum,
die Fastnacht geht herum.

Nun noch ein paar Worte zum " Verkleiden ". Wir Erzieherinnen können jedes Jahr von Neuem erleben, dass es einige Kinder gibt, die sich entweder völlig verweigern, in eine Verkleidung gesteckt zu werden, oder aber hilflos und nicht glücklich in ihrer Kostümierung da stehen.
Eine Erklärung dafür wird sein, dass Kinder zwar im " freien Spiel ", das heißt, wenn sie mit ihrem ganzen Wesen in ein selbst entwickeltes und selbst bestimmtes Spiel eintauchen, sich sehr gerne verkleiden, aber nicht die Fähigkeit besitzen auf Kommando eine andere "Haut" übergestülpt zu bekommen.
Die Voraussetzung dafür wäre nämlich, sich selbst als Persönlichkeit zurücknehmen zu können und dieses kann in dem Alter noch nicht glücken, da das kleine Kind sich noch auf dem Weg befindet seine eigene Persönlichkeit zu finden.

In diesem Sinne: Üben sie keinen Druck aus, wenn sich ihr Kind verweigert. Manchmal entsteht die Bereitschaft zum Verkleiden bei einem mitgegebenen Kostüm auch noch im Laufe des Morgens.